Idar-Oberstein,
14
August
2026
|
12:11
Europe/Amsterdam

Millimeterarbeit für das Stromnetz von morgen

Zusammenfassung
  • Schaltzentrale im Wandel
  • Ein Update für die Versorgungssicherheit
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Spektakulärer Kran-Einsatz auf der Lay in Idar-Oberstein: Die Station Pfarrhaus Lay erhält eine neue Schaltanlage. Die bisherige Anlage stammt aus dem Jahr 1975 und hat über viele Jahrzehnte zuverlässig ihren Dienst geleistet. Mit der neuen Schaltanlage investiert die OIE gemeinsam mit ihrem Verteilnetzbetreiber Westnetz weiter in die Zukunft der regionalen Energieversorgung. Die Investition ist Teil der kontinuierlichen Modernisierung des Stromnetzes und schafft die Voraussetzungen für eine noch effizientere, digitale und sichere Netzführung.

Der Austausch stellt die Monteure dabei vor eine besondere Herausforderung, da der neue Platz der Schaltanlage über 30 Meter von der nächsten Straße entfernt in einem Treppenaufgang liegt. Normalerweise würde die Schaltanlage mit einem eigenen Lastkraftwagen samt Kran eingebracht werden. Aufgrund der beengten örtlichen Gegebenheiten zwischen der Keltenstraße und der Flachsspreite ist dies jedoch nicht möglich. Deshalb kommt für die Montage ein spezieller Autokran zum Einsatz. Dieser hebt die neue, rund 500 Kilogramm schwere und 1,80 Meter hohe Schaltanlage präzise in die Station.

Eine Schaltanlage ist ein zentrales Element der Stromversorgung und übernimmt die Aufgabe, Stromleitungen sicher zu verbinden, zu trennen und zu überwachen. Vereinfacht gesagt funktioniert sie wie eine Verkehrsleitstelle im Stromnetz: Sie verteilt den Strom in die gewünschten Leitungen und sorgt dafür, dass einzelne Netzabschnitte bei Wartungsarbeiten oder Störungen gezielt abgeschaltet werden können. Dadurch werden Schäden begrenzt und die Versorgung möglichst aufrechterhalten. David Hoffmann, Netzplaner beim OIE Verteilnetzbetreiber Westnetz, verfolgt aufmerksam das Geschehen. Mit der neuen Anlage hält zugleich ein weiteres Stück Digitalisierung Einzug ins Stromnetz. Die Schaltanlage ist bereits so vorbereitet, dass sie künftig fernsteuerbar gemacht werden kann. Über die Anbindung an das Funknetz können Schalthandlungen dann direkt aus der Netzleitstelle ausgeführt werden. Mitarbeitende müssen für bestimmte Vorgänge nicht mehr zwingend vor Ort sein, wodurch Reaktionszeiten verkürzt werden können, erklärt Hoffmann.

Darüber hinaus verfügt die neue Anlage über integrierte Kurzschlussrichtungsanzeiger. Diese erkennen Fehler im Stromnetz und übermitteln die entsprechenden Informationen an die Netzleitstelle. So lässt sich bei einer Störung schneller feststellen, in welchem Netzabschnitt die Ursache liegt. Das beschleunigt die Fehlersuche erheblich und hilft dabei, die Stromversorgung schneller wiederherzustellen.

Der Austausch der Schaltanlage ist damit weit mehr als eine reine Erneuerungsmaßnahme. Er ist Teil der langfristigen Investitionen der OIE und ihres Verteilnetzbetreibers Westnetz in eine moderne Netzinfrastruktur. Ziel ist es, das Stromnetz fit für die Anforderungen der Energiewende zu machen und auch künftig eine sichere, zuverlässige und leistungsfähige Energieversorgung in der Region zu gewährleisten.

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