Idar-Oberstein,
21
Juni
2024
|
09:56
Europe/Amsterdam

Gerettet, beringt und getauft

Zusammenfassung
  • Storchenkinder heißen Ole, Ida und Erwin
  • Verteilnetzbetreiber hilft bei Beringung  
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Große Freude in Hahnweiler: Nachdem im März die OIE darüber informiert wurde, dass ein Storchennest in Hahnweiler in Gefahr war, brachten Mitarbeiter von Westnetz, dem Verteilnetzbetreiber der OIE, flugs eine Isolierung an der Stromleitung an und sorgten dafür, dass die beiden Störche vor Ort weiter sicher brüten konnten. Drei kleine Störche brachte das Nest hervor, die nun mit Hilfe eines Steigerwagens durch Martina Kohls beringt wurden. Bei dieser Gelegenheit wurden die Störche kurzerhand getauft: Sie heißen jetzt Ole, Ida und Erwin, statt AFU27, AFU28 und AFU29.

Kohls ist ehrenamtliche Beringerin für die Vogelwarte Radolfzell am Bodensee und weiß, was zu tun ist. Ruhig und vorsichtig versah sie alle Jungstörche mit einem Kunststoffring, der eine individuelle Ringnummer und eine Kontaktadresse enthält, am Bein. Diese Ringe helfen dabei, Daten zu sammeln, geben Aufschluss über das künftige Verhalten der Tiere und sorgen zusätzlich für ihre Sicherheit. „Für uns ist das Nest in Hahnweiler ein Besonderes. Martin Pfeiffer, zweiter Vorsitzender des NABU Kusel-Altenglan e.V., und Tom Sessa, mit dem wir bereits seit einigen Jahren bezüglich Nistplattformen und der Voliere in Schmissberg zusammenarbeiten, informierten uns darüber, dass die Störche hier ein Nest gebaut hatten. Bürgerinnen und Bürger aus der Ortsgemeinde hatten sie darauf aufmerksam gemacht. Es musste unbedingt gesichert werden. Und da kamen dann die Kollegen von Westnetz ins Spiel, die sich umgehend auf den Weg machten“, sagt Jutta D’Orazio, Pressesprecherin bei der OIE. Nachdem die Informationen über das Nest eingingen, war diese schnelle Reaktion erforderlich, um den Mast, vor allem aber auch die Tiere zu schützen. In dieser Zeit haben Störche zumeist bereits mit ihrem Brutgeschäft begonnen. Das bedeutet, dass es keineswegs zu größeren Störungen am Nest kommen sollte. Auch sollte ein Nest während der Brutphase nicht entfernt werden. In Hahnweiler musste das nicht geschehen.

Detlev Pieroth, Monteur bei Westnetz, der auch schon bei weiteren Beringungsaktionen unterstützte, half auch dieses Mal. Mit viel Fingerspitzengefühl ließ er den Korb des Steigers langsam nach oben gleiten, um die Störche nicht zu erschrecken. Eine Beringung muss zügig umgesetzt werden, damit die Vögel nicht allzu sehr behelligt werden. Für ihn sei es selbstverständlich, hier zu helfen, weiß er doch, dass gerade Investitionen in den Vogelschutz bei seinem Unternehmen eine große Rolle spielen. Fast bewegungslos verhielt er sich dann oben am Mast, um die Expertin bei ihrer Arbeit nicht zu stören. Doch wie kam es zur gleichzeitigen Taufe der Jungvögel? Durch eine Meldung auf einem Social Media-Kanal hatten die Verantwortlichen bei der OIE erfahren, dass im Nest in Hahnweiler drei Storchenbabys ausgebrütet wurden. „Wir informierten uns bei Martina Kohls und erfuhren, dass es normalerweise eher unüblich ist, dass Störche in freier Natur Namen erhalten. Zu ihrer Identifizierung dient lediglich die Ringnummer, zumal ihr Geschlecht zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bekannt ist. Wir fühlten uns aber irgendwie als Paten und so kam es, dass wir ihnen spontan Namen gaben. Wir hoffen, dass wir in den nächsten Jahren noch ganz viele Informationen über unseren Ole, unsere Ida und unseren Erwin erhalten“, ergänzt D’Orazio mit einem Augenzwinkern. 

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