Idar-Oberstein,
23
September
2026
|
08:40
Europe/Amsterdam

Ernstfall auf Probe

Zusammenfassung
  • Regelmäßiges Training stärkt Abläufe für den Krisenfall
  • Schwarzfallübung im OIE Verwaltungsgebäude
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Ein Samstagmorgen, ein Verwaltungsgebäude und plötzlich ist der Strom weg. Was im ersten Moment nach einer unerwarteten Störung klingt, war bei der OIE genau geplant: Im September probte der regionale Energieversorger erneut den sogenannten Schwarzfall in seinem Verwaltungsgebäude in Idar-Oberstein. Ein Schwarzfall ist eine Ausnahmesituation, in der Technik, Kommunikation und Entscheidungen zuverlässig ineinandergreifen müssen. Deshalb nahm die OIE die erneute Erprobung ihrer Notfallsysteme und des Krisenraums besonders ernst. Als zentrale Koordinierungsstelle im Krisenfall sorgt der Krisenraum dafür, dass Informationen zusammengeführt, Entscheidungen vorbereitet und Maßnahmen gesteuert werden. Für diese realitätsnahe Übung war ein starkes, zweistellig besetztes Team im Einsatz. Ziel der Übung war es, die vorhandenen Notfallkonzepte unter möglichst realistischen Bedingungen zu überprüfen und die Abläufe für den Ernstfall weiter zu festigen.

Um 9:15 Uhr wurde es ernst: Mit der Abschaltung des Mittelspannungs-Trafoschalters begann der simulierte Schwarzfall. Von diesem Moment an mussten sich die Beteiligten auf die vorgesehenen Notfallstrukturen verlassen. Geprüft wurde zunächst, ob das Verwaltungsgebäude und der Betriebshof auch ohne reguläre Stromversorgung zugänglich bleiben. Anschließend nahmen die Fachleute zahlreiche sicherheitsrelevante Einrichtungen genau unter die Lupe. Dazu gehörten unter anderem Krisentelefone, Krisenfax, Satellitentelefone, Notstromsteckdosen, Notbeleuchtung und Brandmeldeanlage. Auch die technischen Anlagen im Keller sowie die Wärmeversorgung wurden kontrolliert.

Eine Schwarzfallübung zeigt, ob die auf dem Papier festgelegten Abläufe auch unter realistischen Bedingungen funktionieren. Genau darin lag bereits im vergangenen Jahr der Schwerpunkt: Notfallpläne, Kontaktwege, Krisenräume und die Versorgung durch ein Notstromaggregat wurden praktisch getestet, um mögliche Schwachstellen rechtzeitig zu erkennen.

„In einer solchen Übung wird aus einem Ablaufplan ganz schnell eine sehr konkrete Situation. Dann zeigt sich, ob Zugänge, Kommunikationswege und technische Einrichtungen so funktionieren, wie wir es für den Ernstfall vorgesehen haben. Genau deshalb sind regelmäßige Tests für uns so wichtig“, erklärt Anna Biegel, Krisenmanagementverantwortliche bei der OIE, die die Übung leitete.

Während der Übung kamen die Beteiligten mehrfach zu gemeinsamen Lageabgleichen zusammen. So konnten die Erkenntnisse aus den einzelnen Prüfungen gebündelt werden, bevor der jeweils nächste Schaltzustand hergestellt wurde. Um 10:45 Uhr erfolgte schließlich die Rückschaltung vom Aggregatbetrieb in den regulären Netzbetrieb. Danach wurden die zentralen Kommunikations- und Gebäudefunktionen nochmals kontrolliert. Den Abschluss bildeten eine gemeinsame Besprechung und die Dokumentation der Übung. „Eine sichere Versorgung beginnt mit einer guten Vorbereitung. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich auch in einer außergewöhnlichen Situation auf klare Abläufe und funktionierende Technik verlassen können. Die Übung hat uns erneut die Möglichkeit gegeben, unser Zusammenspiel zu trainieren und wertvolle Erkenntnisse für unsere Krisenvorsorge zu sammeln“, erläutert OIE Vorstand Thomas Johann.

Bereits bei der Übung im vergangenen Jahr hatte die OIE das vollständige Abschalten der Stromversorgung im Verwaltungsgebäude simuliert. Damals standen ebenfalls der Einsatz des Notstromaggregats, die Ausstattung der Krisenräume, die Erreichbarkeit über Notruftelefone und die festgelegten Kontaktwege im Fokus. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden anschließend gemeinsam besprochen und dokumentiert und umgesetzt. Mit der erneuten Übung setzt die OIE ihre regelmäßige Vorbereitung auf mögliche Ausnahmesituationen fort. Denn gerade im Ernstfall gilt: Wer Abläufe vorher praktisch erprobt, kann besonnen, koordiniert und sicher handeln.

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