Digitale Power trifft umweltfreundliche Technik
- OIE investiert in das Netz der Zukunft
- Spülbohrung schont Umwelt
Tiefer und immer tiefer frisst sich das metallene Bohrgestänge durch das schlammige Erdreich in Dienstweiler bei Birkenfeld. Zentimeter für Zentimeter, Meter für Meter – bis es sein Ziel erreicht. David Hoffmann, Netzplaner beim OIE Verteilnetzbetreiber Westnetz, verfolgt aufmerksam das Geschehen. Hier wird nicht einfach gegraben, hier wird Zukunft gestaltet.
Mit dem Spülbohrverfahren entstehen unterirdische Leitungen, die den Weg für moderne und nachhaltige Technologien ebnen. Das Ziel ist eine sichere und effiziente Energieversorgung für die Region, ohne unnötige Eingriffe in die Natur. Anstatt Straßen aufzureißen und Landschaften zu beschädigen, setzt Westnetz, der Verteilnetzbetreiber der OIE, auf eine Methode, die Zeit, Kosten und Umwelt schont. Das Verfahren kombiniert Präzisionstechnik mit umweltschonendem Vorgehen. Zunächst werden die exakten Ein- und Austrittspunkte festgelegt, um den Verlauf der Leitung unterirdisch zu planen. Ein Spezialbohrgerät arbeitet sich unter der Erdoberfläche voran, während eine Spülflüssigkeit den Bohrkopf kühlt und das Bohrgut abtransportiert. Ein Ortungssystem überwacht den Verlauf der Bohrung in Echtzeit, sodass Hindernisse umgangen und die geplante Trasse eingehalten wird. Nach der Pilotbohrung wird der Bohrkanal schrittweise erweitert, bevor Leerrohre eingezogen werden, die später die Stromkabel aufnehmen. Sobald die Leerrohre liegen, ist der Weg frei für neue Kabel – ganz ohne offene Baugruben oder großflächige Erdarbeiten. Besonders anspruchsvoll ist die 85 Meter lange Bohrung unter dem Staffelbach, die höchste Präzision erfordert, um den sensiblen Bereich unter dem Gewässer sicher zu durchqueren. Dank moderner Technik gelingt dies ohne Beeinträchtigung des Bachlaufs oder der umliegenden Natur.
„Das Queren von Gewässern ist normalerweise mit großem Aufwand verbunden. Durch das Spülbohrverfahren wird dieser erheblich reduziert – und die Oberfläche bleibt intakt“, erklärt Hoffmann. Doch die Arbeiten gehen über die Bohrung hinaus. In der Straße Eborn entsteht eine neue digitale Ortsnetzstation – ein Schwergewicht von rund 13 Tonnen und drei Metern Länge. Mithilfe eines Autokrans wurde sie präzise in die vorbereitete Grube gesetzt. Sie wandelt Mittelspannung in haushaltsübliche Niederspannung um und liefert Live-Daten per Mobilfunk oder Glasfaser. Das bedeutet, dass das Stromnetz in Echtzeit überwacht werden kann, Störungen früh erkannt, Fehler schneller eingegrenzt und Ausfallzeiten drastisch reduziert werden. Was hier in Birkenfeld passiert, ist mehr als eine Baustelle. Es ist ein Schritt in Richtung smarter Energieversorgung. Mit innovativen Technologien wie dem Spülbohrverfahren und digitalen Ortsnetzstationen wird die Region fit für die Herausforderungen von morgen gemacht – nachhaltig, effizient und zukunftssicher.
OIE - HIER. GEMEINSAM. JETZT. Die OIE AG ist der regionale Energieversorger für die sichere und zuverlässige Lieferung von Energie und Service im Landkreis Birkenfeld und Teilen des Landkreises Kusel. Sie bietet ihren Kunden Strom, Gas, Wärme und damit verbundene Dienstleistungen aus einer Hand. Vor Ort gestalten wir die Energie-Zukunft der Region gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern.